Unsere Aktivitäten
Der Verein »les petits frères des Pauvres - Freunde alter Menschen e. V.« ist eine gemeinnützige, von freiwilligen/ehrenamtlichen Mitarbeitern getragene Organisation, die sich zum Ziel setzt, die Vereinsamung alter Menschen zu durchbrechen — denn Vereinsamung und Kontaktarmut ist zweifellos eine der gravierendsten Formen menschlicher Armut.
»Blumen vor dem Brot« ist dabei die Devise. Freundschaft, Zuneigung, Kommunikation und Treue bilden die Grundaussagen unseres sozialen Engagements. Auch alte Menschen haben ein Recht auf Freundschaft und Zuneigung, ein Recht darauf, am Leben teilzunehmen. Freundschaft und Zuneigung, Verläßlichkeit bis zum Abschied aus dem Leben sind Werte, die unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter ihren "alten Freunden" entgegenbringen. Die Freiwilligen sind daher die tragenden Säulen des Vereins, und sie sind uns letztlich genauso wichtig, wie unsere alten Freunde.
Freundschaft und Zuneigung beruhen auf Gegenseitigkeit, sie können nicht methodisch geplant werden, so daß wir im traditionellen Sinne nicht von Betreuung sprechen können. So haben die alten Menschen (genau wie unsere Freiwilligen) die Entscheidungsfreiheit, von wem sie gerne und ob sie überhaupt besucht werden wollen.
Das Besuchsprogramm
Das Besuchsprogramm ist für uns von zentralem Stellenwert: Dabei bringen wir einen Freiwilligen und einen alten Menschen zusammen, in der Hoffnung, dass sich zwischen Ihnen eine echte Freundschaft entwickelt, die im Idealfall bis zum Lebensende des Alten andauert. Der Freiwillige besucht dabei seinen alten Freund regelmäßig und hilft ihm im Rahmen seiner Möglichkeiten auch dabei, die kleinen aber wichtige Dinge des Alltags zu bewältigen. Damit trägt er dazu bei, dass der alte Freund seine Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahren kann. Letztlich geht es hierbei um die Kameradschaft, die Bereitschaft dem Anderen zu Helfen, die jede echte Freundschaft kennzeichnet.
Ostern und Weihnachten
Heiligabend wird bei uns am 24. Dezember gefeiert und nicht bereits Wochen früher, nur weil uns dies so besser in den Terminkalender passt: Alljährlich laden wir all jene unsere alten Freunde in die Räumlichkeiten des Vereins ein, die ansonsten Weihnachten oder Ostern ganz allein zu Hause verbringen würden. Gemeinsam treffen die Haupt- und Ehrenamtlichen alle Vorbereitungen für ein Festessen. Der Laden wird festlich geschmückt und man singt zusammen. Kleine Geschichten oder Gedichte werden vorgelesen – ein Heiligabend also, wie er, so oder ähnlich, auch in jeder Familie gefeiert wird.
Ausflüge
Am Wochenende auf den Potsdamer Platz, in den Zoo oder Tierpark, ins Lafayette oder KaDeWe, für die alten Freunde werden mit solchen Erlebnissen viele Erinnerungen an die Zeit »früher« wach. Deshalb planen die ehrenamtlichen Mitarbeiter diese (in größeren oder auch in kleinen Gruppen stattfindenden) Ausflüge langfristig und sehr sorgfältig: Die alten "Freunde" werden mit oder ohne Rollstuhl abgeholt und abends wieder nach Hause gebracht; zwischen Besichtigung und / oder Einkaufsbummel gibt's ein Mittagessen im Restaurant oder ein gemeinsames Picknick.


Reisen
Mit der alten Freundin oder dem alten Freund nach Paris, in die Lüneburger Heide, nach Caputh oder anderswo hin . Eine Erfahrung, die beiden – dem freiwilligen Mitarbeiter und dem alten Menschen – gleichermaßen Spaß, neue Eindrücke und vielfach unvergeßliche Erlebnisse bringt. Denn zahlreiche alte "Freunde", die vom Verein Freunde alter Menschen betreut werden, sind oft Jahre, manche sogar jahrzehntelang nicht mehr verreist: Für die einen sind längere Fahrten ohne Hilfe zu strapaziös oder aus gesundheitlichen Gründen gänzlich unmöglich — für die anderen sind Reisen nicht/kaum finanzierbar, weil die Rente zu gering ausfällt. So geht es für eine kleine Gruppe alter Freunde und ihre jüngeren Begleiter (die für diese Zeit Urlaub nehmen) in der Regel einmal pro Jahr im Sommer für eine Woche raus aus Berlin und hinein ins Ferienvergnügen.
Per Telefon zu Besuch

Immer wieder gibt es diese Situation: Die »Freunde alter Menschen« wissen von alten Frauen und Männern, die sehr einsam und isoliert leben (müssen) und deshalb möglichst schnell in die Aktivitäten des Vereins einbezogen werden sollen. Doch fehlt gerade zu jenem Zeitpunkt ein »passender« freiwilliger Mitarbeiter, der zu dem alten Menschen Kontakt aufnehmen könnte. Oder: Ein alter Mensch möchte (noch) keinen persönlichen Besuch; er will sich erst langsam, gewissermaßen auf Distanz, an neue, jüngere Mitarbeiter des Vereins gewöhnen, Vertrauen aufbauen.
In diesen Fällen kommen wir »per Telefon zu Besuch«. An jeweils zwei Nachmittagen wöchentlich ruft unser Telefonkreis-Team inzwischen insgesamt 25 alte Freunde an. Die Gespräche gehen über »Gott und die Welt«, lange zurückliegende Erlebnisse oder auch über ganz aktuelle Sorgen, Probleme, Enttäuschungen, Hoffnungen, Ängste bzw. Wünsche. Oft warten die alten Freunde schon mit Ungeduld auf ihren Telefonnachmittag.
Spiele-Nachmittag
Viele der alten Freunde haben in früheren Jahren im Familien- oder Freundeskreis gern gespielt – Rommé oder "Mensch-ärgere-Dich-nicht!" – auch Rätsel waren vielfach beliebt. Jetzt, da sie in der Regel allein in ihren Wohnungen leben, fehlen einfach die Spielpartner. So kamen wir auf die Idee, für all jene alten Freunde, die Spaß daran haben, einmal einen Spiele-Nachmittag zu organisieren. Kleine Wissenstests wurden vorbereitet (beispielsweise mit Quizfragen zu Sehenswürdigkeiten in verschiedenen Metropolen der Welt, typischen Nationalgerichten in anderen Ländern, beliebten und bekannten Fernsehserien der fünfziger Jahre) . Und genau wie bei jedem anderen Quiz gab es hinterher auch kleine Preise: Ein gelungener Nachmittag mit viel Spaß für alle, war das einhellige Urteil nach zwei Stunden Spiel. Deshalb lädt der Verein nun schon seit langen Jahren regelmäßig zu solchen Nachmittagen ein.
Seit März 2005 kommen junge Menschen des Leo-Club Berolina Berlin ( die Jugendorganisation des Lions Club ) zu uns, in die Räume des Vereins, um einen BINGO-Nachmittag anzubieten. Diese »jungen Löwen« bringen Schwung und viel Freude am Miteinander mit den alten Freunden mit und sorgen stets für ausgelassene Stimmung.

Erzählcafé
Erinnerungen sind die Schätze unseres Lebens, nur wer möchte sie mit uns teilen? Das Erzählcafé soll Raum schaffen für das was uns bewegt hat und vielleicht immer noch bewegt. Wie sehen wir die Welt, die Liebe, das Leben? Ein langes Leben hat viele Geschichten zu erzählen, hat viel gesehen. Im Rahmen dieser Veranstaltung entsteht zumeist ein reger Austausch von Erlebtem. Gedanken, Gefühle die durch die Einsamkeit verloren gehen tauchen durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wieder an der Oberfläche auf und die alten Freunde verlassen in diesen Momenten ihre unfreiwillige Rolle alten Menschen die nichts mehr mitzuteilen hat, für dessen Gedanken sich keiner interessiert.

Kaffeeklatsch im Laden des Vereins
Einmal in jedem Monat laden wir alte Freunde und jüngere Freiwillige am Nachmittag zu Kaffee und Kuchen ein. Ganz zwanglos bietet dieser Treff die Gelegenheit, sich untereinander kennen zu lernen, miteinander zu reden, vielleicht auch Verabredungen zu treffen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel des Telefondienstes einmal ganz persönlich kennen zu lernen.
Viele der alten Freunde sind bereits Stammgäste beim Kaffeeklatsch; immer wieder kommen neue hinzu.
Mittagessen
Guten Appetit! Wir lassen es uns einmal im Monat nicht nehmen unsere Alten Freunde in die Räumlichkeiten des Vereins einzuladen um sie zu bekochen. Die Freiwilligen zaubern ein Festmahl auf den Tisch, dass in geselliger Runde verspeist wird. Auch spezielle Wünsche werden berücksichtigt: Eine Abwechslung zur einsamen Nahrungsaufnahme in den eigenen vier Wänden.
Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz
Seit 1995 organisieren wir Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Trotz zum Teil heftiger Widerstände haben wir seitdem auf der politischen Ebene sehr viel bewegt: In Berlin gehören die Wohngemeinschaften mittlerweile zu einem anerkannten Angebot und das Land Berlin bestätigt den hohen Bedarf für die Gruppe der Demenzkranken. Auch das Heimgesetz ist mittlerweile modifiziert. Wie hoch der Bedarf tatsächlich ist, haben wir nach einer Fernsehsendung im ZDF über eine unserer Wohngemeinschaften gemerkt, nach der über viele Wochen unsere Telefonleitungen buchstäblich heiß liefen.
Nach wie vor vermieten wir sechs Wohnungen als Generalmieter an Menschen mit Demenz und organisieren mit den Angehörigen die Betreuung durch ambulante Pflegedienste. Damit haben wir allerdings unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Daneben beraten wir aber auch erfolgreich Initiativen , die dieses Modell nachahmen wollen – allein in Berlin gibt es mittlerweile fast 300 Wohngemeinschaften für demenzkranke alte Menschen! Wir „exportieren“ unser Wissen und unsere Erfahrung aber auch in viele andere Städte Deutschlands, wo es entweder Initiativen oder bereits verwirklichte Projekte gibt ( Bremen, Hamburg, Mainz, München, Freiburg, Frankfurt, Dortmund, um nur einige zu nennen ).
weitere Informationen zum Thema "Demenz-WGs"
Seniorentreffpunkt zur Stärkung nachbarschaftlichen Engagements
In Zusammenarbeit mit der bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG und der mlb Mariendorf-Lichtenrader Baugenossenschaft wollen wir nachbarschaftliches Engagement stärken und pflegende Angehörige von demenz- bzw. psychischkranken Familienmitgliedern entlasten:
Seit Februar 2006 sind wir in Berlin-Tempelhof mit einem Treffpunkt für ältere Bürgerinnen und Bürger vertreten. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG und der mlb Mariendorf-Lichtenrader Baugenossenschaft organisieren wir gemütliche Treffen, gemeinsames Kochen und Essen, Gesprächsrunden und Beratungsmöglichkeiten für die Mitglieder der beiden Genossenschaften. Aber auch für Nicht-Mitglieder aus der Umgebung stehen unsere Türen offen. Ebenfalls wollen wir die Nachbarschaft stärken und nachbarschaftliches Engagement unterstützen. Neben der Beratung rund ums Älterwerden, stehen wir älteren Menschen und ihren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite.
Speziell für pflegende Familienangehörige oder Nachbarn bieten wir mit unserem Besuchsdienst die Möglichkeit, sie stundenweise bei der Betreuung ihrer demenz- bzw. psychischkranken Angehörigen zu vertreten. Vorlesen, reden, spielen – einfaches, liebevolles begleiten, wenn die Pflegenden mal abschalten wollen/ müssen.
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